Verreisen wird die 8e in der Fahrten- und Projektwoche erst nächstes Jahr. Aber trotzdem hat die sprachlich-musisch-künstlerische Profilklasse die Projektwoche gut genutzt. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen ging es nach Köln – ins Museum Ludwig und in die Philharmonie.

Wir waren nicht die Einzigen, die auf die Idee gekommen waren, die Region und ihre Museumslandschaft zu erkunden – allein am üblichen Treffpunkt vor dem Kino am Siegburger Bahnhof sammelten sich an unseren Exkursionstagen drei Gruppen allein vom Anno, um die ohnehin gut ausgelasteten Züge mit unterschiedlichen Zielen zu entern. Vorteil für uns: „Wer schon in Siegburg einsteigt, hat natürlich den besseren Stehplatz“, bemerkte ein Kollege vom Gymnasium Altenforst treffend, der mit seiner Klasse ins Schokoladenmuseum unterwegs war und kaum noch Platz fand.

Auch im Museum Ludwig waren wir nicht die einzige Schülergruppe, die sich mit Kunst beschäftigen wollte. Aber dank des aufmerksamen Personals kam natürlich kein Kunstwerk zu Schaden, auch wenn manchmal im Überschwang der Vertiefung in die Werke und der Begeisterung die von der Kunstlehrerin energisch geforderte „Armlänge Abstand“ leicht unterschritten wurde.

In Dreiergruppen und mit Arbeitsauftrag erkundeten die Schülerinnen und Schüler zunächst das Museum auf eigene Faust, bevor im zweiten Teil neun von den Schülerinnen und Schülern ausgewählte und vorgestellte Werke Gegenstand eingehender Betrachtung und Erläuterung wurden.

In den selben Gebäudekomplex führte die Exkursion des folgenden Tages: In der Kölner Philharmonie besuchten wir eine Probe des WDR Sinfonieorchesters. Unter der Leitung des Chefdirigenten Jukka-Pekka Saraste wurde für die Konzerte am 2., 3. und 4. Oktober geprobt, die auch aufgenommen, im Rundfunk gesendet und fürs Fernsehen aufgezeichnet werden sollen (3sat, 8.11.2014, 20.15 Uhr). Da „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms auf dem Programm steht, waren auch die Chöre des NDR und WDR in Aktion zu erleben.

Hier waren wir die einzige Schulklasse und außer einigen älteren Probenbesuchern war die Philharmonie leer. Umso persönlicher die Betreuung: Empfangen, eingeführt und mit Erläuterungen zum Werk versehen wurden die Schülerinnen von einem Orchestermitglied, dem Kontrabassisten Raimund Adamsky. In seinen Probenpausen war er für uns da und konnte er mit allen Fragen gelöchert werden, die eben so aufkommen, wenn man so viele Menschen, wertvolle Instrumente und teure Technik auf einer Bühne sieht. Auch mit mehreren Kostproben seines eigenen Könnens beeindruckte er die Achtklässler.

Der Erkenntnis, dass das Klangerlebnis aus dem Kopfhörer oder der Box zu Hause auch bei hoher Qualität eben nur einen schwachen Eindruck von dem echten Klang eines so großen Klangkörpers in der besonderen Akustik der Konzerthalle für 2200 Menschen vermitteln kann, konnten viele der Schülerinnen und Schüler nach diesem Live-Erlebnis mit eigenen Worten Ausdruck verleihen.

Die Tontechniker hatten mit unserem Besuch nicht gerechnet und so konnten wir leider nicht in ihr Studio schauen – aber mit unserem mustergültigen Benehmen haben wir die Aufnahme natürlich nicht gestört, wenn die rote Lampe an war. Und auch die absolute Stille zwischen dem Verklingen des letzten Tons und dem Erlöschen der Aufnahmelampe ist eine bemerkenswerte Hör-Erfahrung.

Ein herzliches Dankeschön an Management und Musikvermittlung des WDR-Sinfonieorchesters, die uns diesen Besuch ermöglicht haben!

Felix Storch