Die traditionelle Klassenfahrt unserer Fünftklässler nach Rosbach artete dieses Mal am zweiten Tag in ein regelrechtes Wettschöpfen nach edlen Metallen im Umfeld der Grube Silberhardt aus. Dabei spielte das ominöse Gestein "Katzengold" eine verführerische Hauptrolle.

Abgelenkt durch die wieder einmal fachlich unübertreffliche und pädagogisch in Siegerländer Leichtigkeit abgehaltene Führung des Gruben-Personals ertrugen es unsere Fünftklässler, die von Montag bis Mittwoch in der Waldjungendherberge in Rosbach wohnten, nicht nur die gut 10 Kilometer lange Wanderung ins Gebiet der edlen Pseudogesteine auf sich zu nehmen, sondern sie eiferten darüber hinaus mit unnachahmlichem Glück-auf-Enthusiasmus danach, dem Windecker Waldboden mehr und mehr farbenfrohe Steinchen zu entnehmen.

Wem es dabei galang, ein Krümelchen des legendären Katzengoldes zu erhaschen, das zwar aussieht wie Gold, aber viel leichter und nachzu wertlos ist, dem sah man am breiten Grinsen im Gesicht die Freuden an, die einen Goldsucher wohl überkommen müssen, wenn er nach ewig monotenem Klopfen ein glänzendes Bröckchen des magischen Metalles in den Händen hält.

Doch unabhängig von diesem alljährlich Kräfte zehrenden Bergmanns-Highlight lässt sich auch der Rest der Fahrt als Erfolg bezeichnen. So wuselten sich die jungen Waldwichtel zielorientiert durch das Gehölz der näheren Jugendherbergsumgebung und lösten viele Aufgaben der traditionellen Wald-Rallye. Beim ebenfalls obligatorischen Chaos-Spiel, das wohl allen Anno-Schülern, die jemals in Rosbach waren, noch im Gedächtnis geblieben sein dürfte, wetteiferten die Kleingruppen rennend und laut brüllend rund um das Fußballfeld der Anlage und boten sich einen fairen und spannenden Wettkampf.

Kein Wunder, dass die Mehrzahl der Mitgereisten diesen immensen, durch sportliche und geistige Höchstanstrengungen geförderten Kalorienverbrauch nur durch eine übermäßige Zufuhr von Chips, Schokolade und Süßgetränken meist auf ihren Zimmern kompensieren konnte, von denen die heiligen Automaten im Keller-Schacht der Herberge glücklicherweise gleich einer niemals versiegenden Goldader nahezu unbegrenzten Nachschub zur Verfügung stellten, falls die reichlich mithilfe der Bahn- und Busloren herbei gekarrten Vorräte früher als gedacht aufgebraucht waren, was bei den Meisten relativ schnell der Fall war.

Sebastian Schlott