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Unser Anno-Bistro


Wie in jedem Jahr gedachte das Anno-Gymnasium auch in diesem Jahr der Opfer des Nationalsozialismus, auf die der 27. Januar verweist, an dem die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz befreite.
Henrik Küper und Leon Nuss hielten vor den Mitschülern ihrer Jahrgangsstufe 10 und einigen anderen Oberstufenkursen die Lesung des fiktiven Briefromans „Adressat unbekannt“ der englischen Schriftstellerin Kressmann Taylor, der 1938 mit großem Echo in England erschienen war. Darin geht es um die Freundschaft zwischen dem Deutschen Martin Schulse und dem jüdischen Amerikaner Max Eisenstein, die sich als Studenten in Deutschland kennengelernt und später in San Francisco/Kalifornien eine erfolgreiche Kunstgalerie aufgebaut hatten.

Der Briefwechsel beginnt mit der Rückkehr von Martin und seiner Frau Elsa mit ihren drei kleinen Söhnen nach Deutschland um die Zeit der Machtergreifung Hitlers.
Die beiden eng befreundeten Männer tauschen sich in herzlicher Vertrautheit über Berufliches und Privates aus. Zunächst hinterfragt Schulse die politischen Entwicklungen in Deutschland und die aufflammende Begeisterung für Hitler. Doch er entwickelt sich nach und nach zum bekennenden Nationalsozialisten und hat damit beruflich und gesellschaftlich großen Erfolg.

Der Briefwechsel beschreibt in 18 Briefen den bitteren Verrat einer Freundschaft auf der einen Seite und auf der anderen die mörderische Rache durch „Fake News“-Briefe aus Amerika ins Hitler-Deutschland.

Um den historischen Kontext zu visualisieren, erschienen parallel zur gut vorbereiteten und eindrücklich vorgetragenen Brieflesung Bilder auf der Leinwand zu Entwicklungen und Ereignissen dieser 1930er Jahre.
So wurde die pervertierende Männerfreundschaft auf dem Hintergrund der nationalsozialistischen Ideologie in ihrer Unmenschlichkeit und Rechtlosigkeit und mit ihrem tödlichen Gift „anschaulich“.

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Bild: Anno (Foto von Cordula Engel: v.l.n.r.: Henrik Küper, Annette Hirzel, Leon Nuss)

Am Ende hielt sich in der mit jungen Menschen gefüllten Aula noch eine ganze Weile die nachdenkliche Stille, die auch die Lesung der Briefe begleitet hatte.

Annette Hirzel