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Im Rahmen des Geschichtsunterrichts über die Herrschaft der Nationalsozialisten und die brutale Durchsetzung ihrer Ideologie unternahmen die beiden Geschichtskurse der Jahrgangsstufe Q1 von Herr Hellmann eine Exkursion in das NS-Dokumentationszentrum (das sogenannte EL-DE-Haus) in Köln.

Das EL-DE-Haus war von Dezember 1935 bis März 1945 Sitz der Kölner Gestapo, die maßgeblich für die Überwachung, Deportation sowie Folterung und Ermordung tausender Menschen in dieser Zeit verantwortlich war. Nach dem Krieg wurde das Gebäude unter anderem als Rentenstelle, Standes- und Versicherungsamt genutzt, was den unbekümmerten Umgang mit der Geschichte des Hauses zeigt.

Bereits bei der Ankunft stach das Gebäude durch den für die damalige Zeit typische Architektur aus der Umgebung hervor. Die große, vergitterte Eingangstür ließ schon zu Beginn erahnen, was innerhalb dieser Mauer geschehen sein musste. Die folgende Führung durch das Haus begann im Obergeschoss, in dem sich damals auf den ersten Blick unscheinbaren Büroräume der Gestapobeamten befanden. Wir wurden in die Historie und die Bedeutung dieser Gedenkstätte eingeführt. Diese ist eines der wenigen Gebäude, das nicht von einfallenden Bomben im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Somit waren große Teile des Hauses noch im ursprünglichen Zustand erhalten und konnten Aufschluss über die Geschichte geben. Uns wurde schon zu Beginn klar, dass die Schreibtischtäter, die hier arbeiteten, die Gestapo als Karriereleiter nutzten, um aufzusteigen und Macht auszuüben. Besonders die ausgestellten Akten und Quellen zeigten uns sehr eindrücklich die Brutalität und den willkürlichen Umgang mit Menschenleben. Anweisungen in der nationalsozialistischen Sprache wie ,,besondere Behandlung‘‘ verharmlosen die Tat der Folter und schockieren gleichzeitig.

Mit dem Gang durch das ehemalige Hausgefängnis im Kellertrakt mit den erhalten gebliebenen Häftlingszellen wurde mir das ganze Geschehen, das Leiden der Menschen viel greifbarer. Bereits beim Abstieg in den Keller ergriff mich ein beklemmendes Gefühl, bestärkt durch die stehende und modrige Luft. Triste, kalte Wände, an denen Eisenrohre verlaufen, und die Abdrücke auf dem Boden, wo einmal die Sanitäranlagen für die Insassen lagen, zeigen den Besuchern auch heute noch, unter welch menschenunwürdigen Umständen die Häftlinge eingesperrt wurden. Die begleitende Anmerkung unseres Guides, dass die Häftlinge nur zweimal am Tag die Sanitäranlagen benutzen durften, bestärkte den Eindruck völliger Fassungslosigkeit nur noch.

ELDE2

Die Wandinschriften, die trotz achtloser Nutzung der folgenden Generation erhalten geblieben sind, erzählen ihre eigene Geschichte über das Schicksal der zu Unrecht eingesperrten Gefangenen. Kalender, die die erwarteten Hinrichtungszeitpunkte markieren, Texte, die einen Widerstand gegen die Nationalsozialisten darstellen, oder einfach Namen, damit man nicht vergessen wird, zeigen besonders einprägend die Schicksale der Verfolgten und Widerständler. Auch die Folterzelle, in der meist unwahre Geständnisse durch Qualen erzwungen wurden, führen einem die gezielte Ermordung und die damit verbundene Brutalität vor Augen. Unter dem Deckmantel der Rechtsstaatlichkeit begingen die Nationalsozialisten unvorstellbare Verbrechen. Besonders an solchen Gedenkstätten wird das Ausmaß der Vernichtung klarer; somit ist es umso wichtiger, die grausamen Taten nicht zu vergessen und aufzuarbeiten.

Alexander Geick