Im Rahmen ihrer interreligiösen Projekttage hat die Klasse 6c auch die Gedenkstätte Landjuden an der Sieg des Rhein-Sieg-Kreises in Rosbach besucht.
Mit dem pädagogischen Mitarbeiter, Adrian Stellmacher, begaben sich die Kinder dabei auf eine ganz besondere Spurensuche.
„Michi und seine magische Chanukkia“ (so der Buchtitel des ganz neuen Kinderbuches zu diesem Haus in Rosbach) zog alle in ihren Bann. Dieser 9-armige Chanukka-Leuchter hatte es in sich und nahm unsere Jungen und Mädchen ebenso wie die Hauptfigur des spannenden Kinderbuches mit auf eine faszinierende Zeitreise in die Geschichte des ehemals jüdischen Wohnhauses und seiner Bewohner, der Familie Seligmann.

stadtBeim Spaziergang durch das Dorf bekamen die Kinder an authentischen Orten, vor den Stolpersteinen, am Gedenkort der Synagoge einen kleinen Einblick in die Zeit des friedlichen Zusammenlebens zwischen Christen und Juden. Sie ahnten, welche erschreckende Wende der November 1938 in Rosbach und anderswo bedeutete. Auf kindgemäße Weise brachte Adrian Stellmacher mit seinem Buch und der wunderbaren Illustration von Katrin Imhof den Kindern diese dunkle Zeit nah. „Das war schon auch traurig, aber es war auch so spannend“, sagte ein Mädchen, dem andere zustimmten. Die Kinder spürten, wie gut Erinnerung tut, welche hoffnungsvolle Kraft ein einziges gutes Ende unter so vielen erschreckenden anderen entwickelt und welche Chancen wir heute haben, unsere Vielfalt in Schule und Gesellschaft friedlich und bunt zu gestalten.

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Für Adrian Stellmacher, aber auch für die beiden Begleiterinnen, die katholische Religionslehrerin Cordula Engel und die Schulpfarrerin Annette Hirzel, war es eine ganz neue Erfahrung, mit dem im Sommer 2016 erschienenen Kinderbuch an diesem besonderen Ort einer Klasse 6 die Geschichte des Hauses und der Landjuden näher zu bringen. Schade, dass das eigentliche Wohnhaus wegen Renovierungsarbeiten noch geschlossen war. Aber die gemeinsame Spurensuche in Rosbach und im Vortragsraum der Gedenkstätte hat sich, darüber waren sich die Kinder einig, allemal gelohnt.

Artikel:  Annette Hirzel
Fotos:  Annette Hirzel und Cordula Engel