Mit Verstand, Herz, Hand und Fuß machten sich auch in diesem Jahr wieder drei unserer 6-er-Klassen in der Projektwoche vor den Herbstferien auf interreligiöse Spurensuche im Anno, in Siegburg und bis nach Köln. Dabei verabschiedete sich der September mit Goldener Oktobersonne und strahlend blauem Himmel über unseren verschiedenen Wanderwegen.

Begonnen haben wir mit Teamtraining zur Stärkung der Teamfähigkeit in den Klassen. Dabei erarbeiteten sich die Kinder, anknüpfend an ihr Vorwissen im Religions- und Philosophieunterricht, Grundlagen der drei monotheistischen Religionen Christentum, Judentum und Islam. So vorbereitet folgten 90 Kinder am Mittwoch mit ihren Lehrern/innen wieder der Einladung in die Siegburger Ditib-Moschee, zu der einige unserer Schulkinder gehören.

Herr Ewwer empfing uns wie in den Vorjahren sehr freundlich und führte uns auf leisen Strumpfsohlen und mit viel Herzblut in den moslemischen Glauben und seine Praxis ein.

Vor der Wanderung zur Auferstehungskirche und nach St. Servatius erhielten alle ein Erfrischungsgetränk mit Plätzchen im Gemeindesaal der Moschee.

Die evangelische Auferstehungskirche ist wegen des Orgeleinbaus derzeit geschlossen. In St. Servatius kann man nur aus dem Vorraum einen Blick in die frisch renovierte Kirche werfen, und die Abtei auf dem Michaelsberg ist Baustelle – das hinderte uns nicht daran, alle diese Orte mit ihren schönen Gotteshäusers zu erwandern, dort innezuhalten und etwas über ihre Entstehungsgeschichte zu erfahren.

Am Donnerstag stand ein Ausflug in den Garten der Religionen in Köln auf dem Programm. Interessiert machten sich die Kinder auf die Suche nach Symbolen und Glaubenszeugnissen auch aus dem Hinduismus und Buddhismus.

Am Freitag öffnete die Küsterin von St. Dreifaltigkeit in Wolsdorf, Frau Groß, für uns die Kirche, die vielen Kindern schon aus den ökumenischen Schulgottesdiensten bekannt ist.

Diesmal hatten sie Gelegenheit, sie näher zu erkunden. Schade, dass die bunten Altarfenster dem Hagelschlag im Sommer zum Opfer gefallen sind – bis zum nächsten Jahr sind sie vielleicht wieder ersetzt.

Annette Hirzel

Leider kann die jüdische Synagoge in Bonn den Besuch mehrerer Klassen personell nicht ermöglichen. Mit Anschauungsmaterial, Bildern und einem interessanten Filmbeispiel eines gleichaltrigen jüdischen Jungen aus Bad Godesberg bekamen die Kinder dennoch einen authentischen Eindruck von der heutigen Glaubenspraxis der ältesten der abrahamitischen Religionen.

Und sie hatten immer wieder Grund zum Staunen, wie viel Gemeinsames uns in unseren unterschiedlichen Religionen und kulturellen Prägungen verbindet.