Die erziehungswissenschaftlichen Lehrer haben die folgenden drei Schwerpunkte im Unterricht zu setzen:

1. Eine zielgerichtete, kontinuierliche Vorbereitung auf ein mögliches Studium (vor allem unter methodischem und lernpsychologischem Aspekt)

2. Die Identitätsbildung in einer pluralistischen, durch Kulturvielfalt geprägten Gesellschaft und

3. Das Aufzeigen der mannigfaltigen Berufsmöglichkeiten im pädagogischen Aufgabenfeld.

Ziel des erziehungswissenschaftlichen Unterrichts sind gemäß den neuen Kernlehrplänen der Aufbau und die Förderung einer reflektierten pädagogischen Kompetenz. Somit erlangt das Fach eine Schlüsselfunktion für die demokratische Entwicklung der Gesellschaft.

In der Pädagogik werden verschiedenste wissenschaftliche Bereiche aus Psychologie, Soziologie, Philosophie, Geschichte und Politik herangezogen.

Das wesentliche Ziel des Faches ist „die Aufklärung über Erziehungsprozesse, um Menschen zu einem verantwortlichen Leben in dieser Zivilisation zu befähigen". Die Erziehungswissenschaft ermöglicht in besonderer Weise, „das Angewiesensein der Gesellschaft und des Einzelnen auf Erziehung und Bildung zu verdeutlichen und die gesellschaftlichen und individuellen Bedingungen für erzieherisches Handeln aufzuzeigen" (vgl. Kernlehrplan).

Von den Schülerinnen und Schülern wird die erfahrungsbezogene und biographisch orientierte Arbeitsweise im Unterricht als positiv und anregend erlebt, da sie sich in der Auseinandersetzung mit der Erziehungswirklichkeit selbst wiederfinden und kritisch den eigenen Identitätsbildungsprozess, den eigenen Weg zur mündigen Bürgerin bzw. zum mündigen Bürger verfolgen können. Sie sollen über das Erlernen von differenziertem Wahrnehmen, theoriegeleiteter Analyse und einer darauf aufbauenden selbstständigen kritischen Reflexion der Erziehungswirklichkeit schrittweise die Kompetenzen für wissenschaftlich angeleitetes Arbeiten und verantwortliches (pädagogisches) Handeln erwerben.

„Pädagogik als Lehre von den Bedingungen, unter denen menschliches
Verhalten beeinflusst werden kann, gehört zur Grundausstattung aller Menschen
für das verantwortliche Leben in dieser Zivilisation."
(Hartmut von Hentig, Reformpädagoge)