Der Europatag am 9. Mai erinnert in allen Mitgliedsstaaten jedes Jahr daran, dass die Menschen in Europa in Frieden und in Einheit leben. Auch 75 Jahre nach dem Sieg von Freiheit und Demokratie über den Totalitarismus am 8. Mai 1945 kann die Europäische Einigung zu Recht als "Geschenk" bezeichnet werden. Historisch bezieht sich der Tag auf die "Schuman-Erklärung". Am 9. Mai 1950 sprach der französische Außenminister Robert Schuman in einer Rede von seiner Vision einer europäischen Zusammenarbeit. Sein Vorschlag gilt seither als Grundstein für die EU.

EU Flagge

Die Zelebrierung des Europatages stärkt somit unsere Zuversicht in unsere Fähigkeit zur Krisenbewältigung. Die Idee der Europawoche, eine europäische Öffentlichkeit aufzubauen und durch positive Begegnungen einem Defizit in der Wahrnehmung der EU bei den Bürgerinnen und Bürgern entgegenzuwirken, steht jedoch in diesem Jahr nicht nur durch die Corona Pandemie vor besonderen Herausforderungen: das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU, geschlossene Grenzen, Uneinigkeit in der Flüchtlingsfrage, steigende nationalorientierte Tendenzen und nicht zuletzt die Bewältigung des Klimawandels vor dem Hintergrund einer drohenden wirtschaftlichen Rezession in der Eurozone sind besorgniserregende Beispiele hierfür.

Europawoche

Doch gerade die Tatsache, dass eben diese Herausforderungen nur gemeinsam gelöst werden können, macht gerade jetzt deutlich, wie wertvoll der europäische Gedanke in Form von Gemeinschaft und Solidarität für die Lösung der aktuellen Aufgaben ist – und dass es wichtig ist, sich hierfür einzusetzen. In diesem Sinne trägt das Anno-Gymnasium wie im vergangenen Jahr im Rahmen der Europawoche durch zwei europäische zunächst virtuelle Projekte (eTwinning) dazu bei. Trotz geschlossener Grenzen wird in diesem Rahmen mit Schulen in anderen europäischen Ländern am Thema "Mikroplastik (GoFish!)" sowie am Thema "Neue Realität für Jugendliche (Teen World)" im Erdkunde- sowie im Englischunterricht bei. Der Austausch mit den europäischen Partnern in Form eines Bilderwettbewerbs, Videokonferenzen, Chats, dem Verfassen eines Drehbuchs und einer Fortsetzungsgeschichte sowie gegenseitige Challenges durch selbsterstellte digitale Quizze laufen weiter – auch wenn die ursprünglich für die Europawoche geplante Ausstellung, wie an vielen europäischen Schulen, aufgrund der derzeitigen Einschränkungen verschoben werden musste.

Die sukzessive Rückkehr der einzelnen Jahrgangsstufen macht uns jedoch zuversichtlich, dass wir auch diese Herausforderung gemeinsam meistern werden.

Achim Werner