„Das Coronavirus zwingt uns zu Einschränkungen, die unser Land noch nicht erlebt hat.“ Dieser Satz von Bundeskanzlerin Angela Merkel wird nun Realität. Corona ist da und hat nicht nur Deutschland, sondern auch weite Teile Europas fest im Griff. Die einzig wirksame und sinnvolle Maßnahme neben hygienischen Vorsichtsmaßnahmen ist die räumliche Isolation.
 
Die Herausforderung für die Schulgemeinschaft, die neue Alltagswirklichkeit  in den  nächsten Wochen zu meistern, schließt neben der allgemeinen Versorgung auch den Zugang zu Unterrichtsmaterial mit ein, welches am Anno-Gymnasium durch eine Vielzahl von Ideen und der bewährten interaktiven Lernplattform TEAMS gewährleistet wird – und hier läuft der Betrieb bereits auf vollen Touren.
Die Bandbreite des ideenreichen Angebotes des geschulten Lehrpersonals reicht von Wochenarbeitsplänen, Lernaufgaben zu Lektüren, Online  Quizlet Vokabelübungen, interaktiven Lernvideos bis hin zur intensiven Vertiefung von bereits behandeltem Lernstoff, um die Eltern nicht zu Ersatzlehrkräften werden zu lassen. Denn das können und sollen die Eltern, die in der derzeitigen Situation auch vor bisher nicht gekannte berufliche und familiäre Herausforderungen gestellt werden, nicht leisten. Dabei soll das Pensum für die Schülerinnen und Schüler überschaubar bleiben. Nicht neue Lerninhalte werden auf die Ferne vermittelt – das wäre eine Überforderung für alle -, sondern bekannte Unterrichtsinhalte werden wiederholt, vertieft oder in Projekten ausgeweitet. Lektüren können in der unterrichtsfreien Zeit in Ruhe gelesen werden, so dass die Besprechung der Texte nach den Osterferien ohne zeitlichen Mehraufwand erfolgen kann. Zusätzlich werden auch laufende Projekte, wie die Teilnahme am Deutschen Gründerpreis durch gemeinsame Bearbeitung von Online-Dokumenten am Leben gehalten.

Gleiches gilt aber auch für die Kontakte ins europäische Ausland, die nun im Fall der schulischen Austauschprogramme coronabedingt an Schulen aussetzen mussten: Am Anno-Gymnasium ganz konkret die Austausche mit der Partnerschule in Italien und den Austauschschülern aus Frankreich. Durch das am Anno-Gymnasium bestehende eTwinning-Projekt zum Thema „Problematik von Mikroplastik im Wasserkreislauf“ ist es jedoch trotz der schließenden Grenzen und Reiseverbote möglich, im Sinne eines vereinigten Europas weiter zusammenzuarbeiten. Im Rahmen eines umfangreichen Projektplans führen die Partnerschulen in Deutschland, Griechenland, Kroatien und Portugal eine Vielzahl von gemeinsamen Aktionen durch. Derzeit nehmen mehrere Klassen des Anno-Gymnasiums an einem Fotowettbewerb des Projektpartners in Kroatien zum durch die UN organisierten „World Water Day“ am 22. März durch.

„eTwinning ist derzeit ein Joker“ unterstreicht Schulleiter Sebastian Kaas. Vor dem Hintergrund der durch die Krankheitswelle nicht zu vergessenen fremdenfeindlichen Tendenzen, nationaler Isolation und Euroskepsis einzelner europäischer Mitgliedsländer stellt das Engagement des Anno-Gymnasiums, europäische Kontakte durch das eTwinning Projekt zu stärken, eine wertvolle Maßnahme dar. Die Ergebnisse sollen je nach der Entwicklung der äußeren Umstände während der Europawoche Anfang Mai entweder im Anno-Gymnasium ausgestellt oder online veröffentlicht werden.


Achim Werner