Ein gutes Mittagessen ist für alle Kinder wichtig, wenn sie einen langen Schultag haben.
Dass diese Mahlzeit aber mit noch mehr Bedeutung aufgeladen sein kann, zeigt der japanische Film „Dad’s lunch box“, den die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen in der Aula des Anno-Gymnasiums zu sehen bekamen.
Ein Obento – eine Lunch-Box – ist ein kleines Ritual im Familienleben. Im Film versucht ein alleinerziehender Vater seiner pubertierenden Tochter über die Lunch-Box seine Liebe zu zeigen. Am Anfang scheitert dies jedoch an den mangelnden Kochkünsten des Vaters, der falschen Box und seiner Unkenntnis über die ästhetischen Ansprüche eines jugendlichen Mädchens. Aber im Laufe der Zeit entwickelt der Vater mit viel Aufwand und Hingabe seine Fähigkeiten und gewinnt das Herz seiner Tochter.
Durch den Film gewannen die Schülerinnen und Schüler Einblicke in den japanischen Alltag: die familiäre Lebensweise, die Essgewohnheiten, die schulischen Bedingungen und das Leben der Teenager. Und sie lernten die japanische Sprache kennen, denn der Film wurde auf Japanisch mit englischen Untertiteln gezeigt – eine Herausforderung. Ein Kontrast zu den Sehgewohnheiten der Jugendlichen war auch die ästhetische Gestaltung der Handlung, die an ein Kammerspiel erinnerte: mit wenigen Schauplätzen, langen Einstellungen und knappen Dialogen. Dadurch war der Film andererseits auch gut verständlich und die Jugendlichen konnten den Humor des Films nachvollziehen, was man an den positiven Reaktionen der Schülerinnen und Schüler ablesen konnte.
Die 9.-Klässler für die japanische Sprache, Kultur und für das Alltagsleben zu interessieren, war auch das Ziel dieser Filmveranstaltung, wie Alexander Grießl, Japanisch-Lehrer am Anno-Gymnasium, betonte.

Japanfilm2020

Angela Ziegenbein (Kulturreferntin Japan Foundation, Köln), Sebastian Kaas, Alexander Grießl, Lena Borchert
Seit Langem gibt es hier einen Kulturaustausch, der durch die Zusammenarbeit mit dem Japanischen Generalkonsulat, mit dem Japanischen Kulturzentrum und mit der Universität Köln gefördert und gefestigt wird. Deshalb konnte der Film mit Unterstützung des Japanischen Kulturzentrums Köln, vertreten durch Angela Ziegenbein, die u.a. für Filmveranstaltungen zuständig ist, gezeigt werden.
Seit Alexander Grießl festangestellter Lehrer am Anno ist, können die Schülerinnen und Schüler Japanisch nicht nur als AG belegen, sondern auch – neben Italienisch - als neu einsetzende Fremdsprache in der Oberstufe wählen.
Die Schülerinnen und Schüler darauf neugierig zu machen, ist dem Film auf jeden Fall gelungen.
Und er zeigt humorvoll, dass eine Brotdose mehr als eine Brotdose sein kann.

Text: Karin Kranz
Foto: Cordula Engel